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Telekommunikation
Branchenübersicht

Was verbindet diejenigen miteinander, die alle verbinden?

Telekommunikation

Die Telekommunikationsbranche ist einer hohen Dynamik unterworfen, die durch den Innovationsdruck in Folge der Entwicklung immer neuer Technologien und eine starke Konkurrenz hervorgerufen wird. Dies betrifft nicht nur die Telcos selbst: Auch Technologielieferanten, Dienstleister und Integratoren müssen sich darauf einstellen; sowohl das B2B-Segment als auch das Endkundengeschäft sind davon betroffen.

Einerseits müssen Unternehmen, die in dieser Branche aktiv sind, immer wieder erfolgversprechende Trends und neue Technologien adaptieren. – Dies erfordert Investitionen.

Andererseits erfordert der Verdrängungswettbewerb, dass alle Unternehmen im Markt effektiv und effizient arbeiten, um die Kosten möglichst niedrig halten zu können. Nur so können sie marktgerechte Preise für ihre Produkte und Leistungen realisieren.

Immer besteht die Gefahr, eine neue Entwicklung zu verschlafen und durch neue Mitbewerber mit einer „disruptiven“ Geschäftsidee oder einem anderen Geschäftsmodell aus dem Feld geschlagen zu werden.

Diese widerstreitenden Anforderungen auszubalancieren ist nicht einfach.

Koexistenz von Alt und Neu

Bei der Einführung neuer zukunftsträchtiger Technologien dürfen die bisherigen Leistungen und Dienstleistungen, die auf vorherigen Technologiegenerationen basieren, trotzdem nicht vernachlässigt werden. Immer wird es dafür relevante Kundensegmente geben, die noch nicht bereit sind, sich auf die neue Technologie einzulassen. Vielleicht sind sie noch nicht von deren Leistungsfähigkeit überzeugt, die Vorteile der neuen Technologie sind für sie möglicherweise irrelevant oder sie wollen abwarten, bis die Preise sinken.

Das Nebeneinander alter und neuer Technologien lässt sich auch am zeitlichen Verlauf der in Suchanfragen benutzten Schlüsselwörter ablesen:

Google Trends LTE, UMTS, GPRS
Datenquelle: Google Trends https://www.google.com/trends

Obwohl GPRS eine sehr alte Mobilfunktechnik zur Datenübertragung ist, wurde nach der Einführung von UMTS noch danach gesucht; auch zwischen UMTS und LTE existiert diese Überlappung.

Telekommunikationsunternehmen sind daher immer bestrebt, Standard-Leistungen („Commodity“), die kein Differenzierungspotential mehr besitzen, möglichst in gleicher Qualität wie bisher, aber zu geringeren Kosten, zu erbringen. Einerseits wird dies dadurch erleichtert, dass die Markpreise der dafür benötigten Technologiekomponenten mit zunehmender Technologiereife sinken. Viel ausschlaggebender sind aber meist die Personalkosten für Betrieb und Support; die menschliche Arbeitskraft wird nicht automatisch billiger. Auch wenn eine Technologie nicht mehr aktuell ist, braucht es gute und qualifizierte Fachkräfte, um sie zu beherrschen. Vielfach werden dann Outsourcing-Projekte lanciert, arbeitsintensive Aufgaben werden an Tochtergesellschaften in Niedrigpreisländern übertragen oder es wird mittels Restrukturierungsvorhaben versucht, die Belegschaft zu verjüngen oder zu verschlanken.

Man kann sich vorstellen, dass diese Maßnahmen innerhalb der Belegschaft zu Unruhe führen. Wenn der eigene Arbeitsplatz gefährdet ist, fällt es schwer, sich auf die wirklichen Aufgaben zu konzentrieren.

Gerade für die Einführung neuer Technologien, für die Implementierung neuartiger Geschäftsmodelle und die dazugehörigen Umsetzungsprojekte werden aber motivierte und nicht durch Existenzsorgen abgelenkte Mitarbeiter mit guter oder sogar exzellenter Qualifikation benötigt – diese findet man nicht wie Sand am Meer.

Herausforderungen für Unternehmen

Wie gelingt Mitarbeiterbindung in stürmischen Zeiten?

Für Unternehmen dieser Branche stellt sich also die Frage: Wie binde ich die guten und qualifizierten Mitarbeiter, die das Unternehmen für die Erneuerungsprojekte und die Erbringung von Leistungen mit hoher Qualität braucht? – Und das vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Kostendrucks und in einer Situation, in welcher der Mangel an neuartigen Geschäftsmodellen bzw. disruptiven Leistungsangeboten eine Differenzierung vom Mitbewerb nur durch eine attraktive Preisgestaltung erlaubt.

Und der zweite Fragenkomplex muss ebenso beantwortet werden:

Wie schaffe ich es als Unternehmen, die notwendigen Änderungen an den inneren Strukturen gut zu implementieren? Wie kann ich Changes mit den geringsten Reibungsverlusten umsetzen? Wie gelingt es, dass meine Mitarbeiter schnell neue Strukturen akzeptieren und sich neu orientieren, ohne durch Existenzängste gebremst zu werden? Denn gerade während der Übergangsphasen ist das Ziel, die „wirkliche Arbeit“ so weit wie möglich unbeeinträchtigt fortzuführen.

Herausforderungen für Mitarbeiter

Fähnchen im Wind oder Gestalter Ihrer Zukunft?

Wenn Sie in einem Unternehmen, das in der Telekommunikationsbranche tätig ist, arbeiten, müssen Sie mit der dort real existierenden Dynamik umgehen, trotz der immer wieder geforderten Änderungen Ihre Motivation erhalten und eine gute Work-Life-Balance praktizieren.

Und Sie sollten Ihre Karriereplanung in Ihre eigenen Hände nehmen. Dafür müssen Sie Ihre Chancen für Ihr persönliches Fortkommen im Unternehmen abschätzen und Ihre Interessen bzw. Vorstellungen mit der jeweiligen Situation in Ihrem Unternehmen und in der Branche in Passung bringen.

Wie gelingt die Anpassung an den ständigen Wechsel?

Die Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeiter sind beträchtlich; sie lassen sich meistern, wenn eine angemessene Organisationskultur existiert, um mit einer solch hohen Dynamik um­zu­ge­hen. Dies erfordert einen reflektierenden und offenen Umgang mit den organisationalen Änderungen. Gefragt sind Zeit, Spielraum, Strukturen und Prozesse, welche den Mitarbeitern dabei helfen, sich immer wieder neu an die geänderten Gegebenheiten anzukoppeln. Ist eine solche Organisationskultur nicht oder nur unzureichend gegeben, werden es Telekommunikationsunternehmen auf lange Sicht schwer haben.

Die Implementierung einer solchen Umgebung kann beispielsweise unter Mitarbeit einer externen Organisationsberatung geplant und wirksam unterstützt werden:

Teamcoaching oder eine Maßnahme zur Teamentwicklung helfen Teams dabei, sich an veränderte Aufgaben, Randbedingungen, Strukturen und Prozesse anzupassen sowie die eigenen Strukturen zu ändern und neue Rollenverteilungen zu erproben. Hochleistungsteams nutzen eine Teamsupervision als regelmäßigen "Inspektionstermin", um die Arbeitslast auch auf lange Sicht und gesund durchzuhalten.

In einem kulturell „hinkenden“ Unternehmen können Sie selbst etwas tun, um klar zu kommen und eine gute Passung zwischen Ihrer Persönlichkeit und der vom Unternehmen geforderten Rolle herzustellen. Die Reflexion und immer wieder neue Ausrichtung kann auch extern gefördert werden, wenn sie unternehmensintern nicht oder nur partiell unterstützt wird. Hierzu bietet sich ein Coaching-Prozess an, um Sie durch besonders herausfordernde Phasen des Umbruchs in einem Unternehmen und die damit verbundene Neuorientierung zu begleiten.